Facebook hat einen neues Feature: Interessenslisten für Seiten und Personen.
Bisher kennen viele Facebook-Nutzer die Möglichkeit, Freunde in Listen zu ordnen und somit die Möglichkeit, Statusmeldungen an ausgewählte Freundeslisten frei zu geben oder eben zu verbergen bzw. gezielt die Meldungen der so einsortierten Freunde zu lesen.

Nun geht das auch mit Interessen und Seiten bzw. Freunden die man diesen Interessen zuordnet!

Was bedeutet das nun konkret:

Endlich kommt Ordnung in das meist schon riesen Sammelsurium von Seiten, von denen man Fan ist.
Durch die Algorithmen von Facebook können Meldungen von Seiten im Newsfeed untergehen. Gerade bei Nutzern, die nicht täglich auf Facebook sind, sind Meldungen von Fanseiten oft gar nicht mehr angezeigt worden.
Nun kann man mit einem Klick auf seine Interessensliste von Seiten gehen und bekommt im einem quasi seperaten Newsfeed alle aktuellen Meldungen nochmals zusammengefasst.

Folglich kann man eine Liste mit gleichen Schwerpunkten unter einem Titel bündeln.
Vielleicht hat man viele Seiten im Modebereich geliked, so kann man diese nun kompakt als Interessensliste “Mode” bündeln.

Ebenso kann man Seiten in mehren Listen gleichzeitig bündeln. Nehmen wir hier das Beispiel “Mode” und die eigene “Heimatstadt”. So kann man eine Seite eines Modeladens in der eigenen Heimatstadt sowohl einmal unter “Mode” anzeigen lassen, als auch unter der Liste “Heimatstadt”.

Das gleiche gilt für Personen und Abos, die man von Personen bezieht, mit denen man aber nicht befreundet ist.

 

Die Interessenslisten sind neben dem eigenen Newsfeed auf der linken Seite eingeblendet und man kann bequem zwischen normalem Newsfeed und den Inhalten einer speziellen Liste hin und her klicken.
Die angezeigten Meldungen können auch direkt von dort aus kommentiert, geliket, geteilt werden.

 

 

Individualisierte Sichtbarkeit der Interessenslisten:

Bisher waren die Freundelisten rein privat und konnten nicht geteilt werden. Bei den Interessen-Listen ist dies nun anders.
Die angelegten Listen können ganz individuell sichtbar gemacht werden:

 

  • Nur man selbst sieht die erstellte Liste, sie ist dadurch im wahrsten Sinne des Wortes privat
  • Die Liste wird einer einzelnen Person oder einem Personenkreis freigegeben, die diese dann abonnieren können
  • Die erstelle Liste ist öffentlich einsehbar und somit von allen Usern abonnierbar

 

 

 

 

Jemand, der eine öffentliche Liste von jemand anderem abonniert, bekommt somit die Meldungen von Fanseiten, die sich aus diesem Abo ergeben ebenso angezeigt, auch wenn er selbst gar kein Fan dieser Seite ist!
Das könnte bei weiterer Verbreitung des Features die Reichweite von Fanseiten noch ein mal erheblich erhöhen! Wie genau sich das auswirken, werden wir in den nächsten Wochen beobachten.

Ebenso kann eine öffentliche Interessensliste von Personen abonniert werden. Man bekommt dann wiederum deren öffentliche Statusmeldungen, ohne dass man selbst befreundet ist mit dieser Person oder gar die öffentlichen Melden dieser Person abonniert haben muss.
Das erhöht möglicherweise die Reichweite von Influencern nochmals erheblich, da die Zahl der aktiven Mitleser dadurch mit der Zeit weit aus höher werden kann als die tatsächlich sichtbare Zahl der Abonnenten!

Konkretes Beispiel:
Ein Facebooknutzer ist Fan einer örtlichen Kosmetikerin und packt diese Seite in Ihre Interessensliste “Beauty” und stellt diese öffentlich zum Abonnieren zur Verfügung. Ein anderer Facebooknutzer abnonniert diese Liste und bekommt somit die aktuellen Statusmeldungen der örtlichen Kosmetikerin mit, obwohl er kein Fan dieser Seite ist. Die Reichweite dieser Kosmetikseite hat sich aber erhöht und kann sich noch um ein vielfaches erhöhen!

 

Organisieren der Listen:

Listen, ob rein privat oder öffentlich, können jederzeit durch weitere Einträge erweitert oder durch das Löschen von einer Seite verringert werden. Das Löschen aus einer Liste heißt nur, dass die Seite aus der Liste gestrichen wird. Sollte man Fan dieser Seite sein, so bleibt man das weiterhin. Ebenso kann die Sichtbarkeit und der Name der Liste verändert werden. Bei neuen Seiten kann man die gelikte Seite sofort einer bereits angelegten Interessensliste zuordnen.
Dies entspricht 1:1 der Handhabung von Freundeslisten.

 

 

 

Macht es Sinn Listen zu erstellen und diese öffentlich zu stellen?

Zunächst macht es den Überblick über die Fanseiten sehr viel moderater und angenehmer, generell sagen wir “Ja” zum Erstellen eigener Interessenslisten.
Im Rahmen des Eigenbrandings macht es sehr wohl Sinn anderen Interessenslisten zur Verfügung zu stellen – dadurch können Sie Ihr Image als der Experte in Ihrem Bereich ausbauen, denn Sie sammeln, filtern und bündeln relevante Inhalte für andere und das kann nur Ihr Image fördern!
Wir würden sagen ein Killerfeature zur Stärkung der Marke “Ich”!

 

 

 

 

Kurz und knapp:

Negativ

Als Fanseiteninhaber wird man vorraussichtlich weniger wissen über die tatsächliche Reichweite der eigenen Seite und einzelner Meldungen.
Grund: Durch das Listensystem gibt es aktiv bekennende Fans und die, die sich indirekt die Meldungen von anderen abonnieren, ohne selbst Fan zu sein.
Wovon man ausgehen kann, ist dass die Fananzahl dadurch nur noch als Mindestzahl anzusehen ist. Die Evaluierung wird somit schwammiger, aber immerhin sind die eigenen Zahlen (Fananzahl, Talkabouts, erreichte Personen etc.) die worst-case Zahlen und die echten Zahlen dürften dann höher liegen.
Der Nachteil ist also nur in Punkto Genauigkeiten ein Nachteil, nicht aber in der Möglichkeit, Nutznießer der neuen Viralität zu sein.

Positiv

Fanseiten erreichen wieder mehr Fans, da durch die Listenorganisation eines Fans die Meldungen nicht Gefahr laufen, im überfüllten Newsfeed unterzugehen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Facebooknutzer ihre Seiten in Interessenslisten sortieren, schätzen wir sehr hoch ein. Sobald sich diese Möglichkeit bekannter wird, werden viele Nutzer froh sein, endlich sich mehr Ordnung und Übersicht zu verschaffen – zum Vorteil der Fanseitenbetreiber!
Es ist auch davon auszugehen, dass durch die Einsortierung in Themenbereiche, die Interaktion und Kommunikation mit Fans erhöht wird. Das magische Wort hier lautet: Kontext
Der Kontext, in dem Seiten erscheinen (also das Thema einer Seite), erhöht in unseren Köpfen automatisch die Wertigkeit und den Sinn dieser Inhalte. Interaktionen werden dadurch wahrscheinlicher.

Wie erstelle ich nun meine eigene Interessens-Liste?

Die Seite https://www.facebook.com/addlist ist der Startpunkt für die Erstellung von Listen. Hier werden auch Vorschläge von Themenlisten von anderen gemacht, die man abonnieren kann.
So wie einem auf Facebook an unterschiedlichen Stellen Menschen vorgeschlagen werden, die man evtl. kennen und abonnieren könnte, so wird das in Zukunft auch mit Interessen der Fall sein. Auch hier wird der Facebook Alogrithmus passende Themenbereiche vorschlagen.
Nach der Erstellung einer Liste, kann diese auch geteilt werden – auf der eigenen Timeline, Seite oder als private Nachricht.
Gute Listen zu erstellen und diese zu verbreiten, wird also zu einer wesentlichen Komponente, die eigene Reichweite zu erhöhen und als Experte für gewisse Themen zu gelten.
Da man nicht nur Seiten sondern auch Personen in diese Listen einordnen kann, ist es auch eine Möglichkeit sein eigenes Team, Mitarbeiter oder sogar Kunden in den Vordergrund zu stellen.

Auf https://www.facebook.com/username/subscribedto sind die erstellten Listen und jene Listen, die man abonniert hat dann sichtbar. Auch hier kann ganz individuell eingestellt werden, wer diese Listen sehen kann.

Wir halten die Interessen-Listen für einen wesentlichen Schritt in der Evolution von Facebook und die Anwendungsmöglichkeiten sind schier grenzenlos.

 

Natascha Pfeiffer

Über Natascha Pfeiffer

Natascha Pfeiffer ist Co-Founder von PRand Communication. Für sie sind Marketing, Branding und PR-Arbeit stets mehr als profanes Kreieren von schillernden Werbebotschaften – ihr geht es um authentische Kommunikation auf allen Ebenen eines wahren Kerns. Dabei gehören die Offline- und die Online-Kommunikation, speziell im Social Media Bereich, zusammen betrachtet und sind Teil einer gesamten Kommunikationsstrategie eines Unternehmens.