Sobald man sich mit Marketing, PR und Social Media auseinandersetzt, stellt sich automatisch die Frage nach dem Return on Invest.
Marketing kostet Geld und soll verständlicherweise einen Zuwachs an Einnahmen bringen. Die Erwartung eines hohen ROI ist eine Selbstverständlichkeit. Die Messung desselbigen allerdings eine große Herausforderung.
Besonders wenn es um soziale bzw. virale Medien geht.

Angenommen, Sie investieren 2.000€ in eine Facebook-Kampagne und gewinnen so 1.000 neue Fans für Ihre Seite. Das wäre an sich schon ein sehr guter messbarer Erfolg, der sich allerdings noch nicht auf Ihre Verkäufe direkt auswirken muss. Ein Fan ist noch lange kein zahlender Kunde. Bevor wir aber auf das näher eingehen, müssen wir uns anschauen, was möglicherweise in weiterer Folge passiert.

Im ersten Monat werden Ihre Beiträge  500 Mal geteilt und dadurch weitere 1.000 Fans gewonnen. Vielleicht haben Sie auch ein kostenloses Info Produkt wie ein eBook, Broschüren, Audios, Videos, die von angenommen nochmal 300 Menschen, bezogen worden sind. All das sind aktive Interessenten an Ihrem Geschäft, Ihrem Produkt, Ihrer Dienstleistung.
Ihre Kampagne hat also neben dem finanziellen “Return on Invest” auch noch einen anderen ROI gebracht: den “Return on Influence”!

Der “Return on Influence” ist immer ein noch größerer Faktor und langfristig interessanter, als der scheinbar offensichtliche “Return on Invest”.

Sie haben es also mit der oben beschriebenen Kampagne geschafft, Ihren “Einfluss” auf den Markt zu steigern, und damit eine solide Basis für ganz konkrete Umsatzsteigerung in Zukunft gelegt. Jeder Ihrer gewonnen Fans, ist Ihr Kapital für die Zukunft. Jedes “gefällt mir”, jeder Kommentar und jedes Teilen Ihrer Inhalte erhöht in Zukunft die Chance auf Umsatzsteigerung.

Sie verkaufen nicht mehr direkt, sondern Ihre Fans verkaufen für Sie! Das Prinzip der Mund-zu Mund Propaganda.

Wenn Sie also Ihre Marketing Aktivitäten überprüfen (“Monitoring”), müssen Sie dabei nicht nur auf die Verkäufe und Umsatzsteigerungen im Zeitraum Ihrer Kampagne achten, sondern auf den ROI in Bezug auf Einfluss auf den Markt und im Social Media Bereich.

Erst wenn Sie anfangen den Return on Influence zu messen, werden Sie auch sehen, dass Ihr Geld gut investiert wurde!

Ein weiterer wesentlicher Faktor, der zum ROI beiträgt, ist die langfristige Auswirkung von Social Media Marketing Maßnahmen auf die Suchmaschinenoptimierung. Google liebt aktuelle Inhalte und jede Ihrer Social Media Aktivitäten hat auch eine direkte Auswirkung darauf, wie gut Sie in Zukunft bei Google gefunden werden. Sie sehen also, dass sich Ihre Bemühungen vielfältig auszahlen!

Wie misst man nun den ROI?

Zuerst muss man sich natürlich über die Kosten klar werden, um in weiterer Folge den Outcome korrekt berechnen zu können. Folgende Kostenfaktoren sollten einberechnet werden und sind stark von der bereits geleisteten Vorarbeit abhängig:

  • Marktrecherche (Keywordanalyse, Mitbewerberanalyse etc.)
  • Erstellung eines Marketingkonzepts
  • Einheitliches Branding aller Auftritte (Grafiker, Webdesigner, Texter etc.)
  • Aufbau einer aktiven Community
  • Betreuung der unterschiedlichen Kanäle
  • Kontinuierliches Monitoring
  • Punktuelle Planung und Umsetzung einer Kampagne
  • Programmierung von Apps
  • Optionale Schaltung von Anzeigen (Facebook, Google etc.)

Diese Schritte stellen nur mal eine grobe Übersicht dar und können Ihnen alle von einer Agentur abgenommen werden. Teile davon können natürlich auch (nach einer entsprechenden Einschulung) selbst übernommen werden. Wie gesagt, ist jeder einzelne Schritt von der bereits geleisteten Vorarbeit abhängig. Die konkreten Kosten einer Kampagne verringern sich ebenso in der Zukunft beträchtlich, wenn bereits eine solide Basis geschaffen wurde.

Marker und Faktoren für die Messung

Nun müssen die Marker für die ROI Messung festgelegt werden. Was möchten Sie mit Ihrer Kampagne erreichen? Wollen Sie mehr Abonnenten für Ihr Blog gewinnen, mehr Facebook-Fans, YouTube-Kanal Abonnenten, Promotion einer Aktion durch Verteilung eines kostenloses Info-Produktes? Ist Ihr Ziel die Markeneinführung eines neuen Produktes, oder der konkrete Verkauf dieses Produktes?

Die meisten der festgelegten Marker hängen möglicherweise zusammen und trotzdem sollte man so spezifisch wie irgendwie möglich bei der Festlegung sein.

Der oft übersehene Faktor bei der Messung des ROI

Besonders im Social Media Bereich wird ein Faktor von Neulingen gerne übersehen. Hier geht es um den potentiellen Verlust, den man als Unternehmen erleidet, wenn man sich nicht professionell in Social Media Kanälen bewegt.
Wieviele potentielle Kunden verlieren Sie schon allein dadurch, dass Sie nicht mit ihnen kommunizieren?
Was ist, wenn Ihre Mitbewerber aber sehr wohl mit ihnen kommunizieren?

Die Frage die man sich hier also stellen muss, ist nicht die, wieviel eine Social Media Strategie und Umsetzung kostet, sondern wieviel es einem kostet, wenn man auf diesen Kanälen NICHT  aktiv ist!

Nach Festlegung der Kosten und der korrekten Marker, geht es dann an die Messung und dem Monitoring der Kampagne.
Je nach Plattform gibt es Tools, die entweder bereits in der Plattform integriert sind (“Facebook Insights”) oder externe Tools, die zur Messung herangezogen werden können.
Hier gibt es eine Vielfalt an kostenlosen Tools (“Google Analytics”,”Google Alerts” etc.) und professionellen, kostenpflichtigen Werkezugen zur Messung einer Kampagne.

In den meisten Fällen ist es dringend notwendig, für die Einschulung bzw. Verwendung dieser Tools eine Agentur hinzuzuziehen. Dies ist im Endeffekt zeit- und kostensparender sowie effezienter in der Auswertung der Kampagne.

Lassen Sie sich also nicht einreden, der ROI wäre tot, nur weil manche nicht vertraut mit seiner Messung sind.

Der ROI hat viele Bedeutungen und viele Möglichkeiten ihn zu messen. Man muss nur wissen wie!

Lang lebe der ROI!

 

Über Dieter Schwarz

Dieter Schwarz ist Co-Founder von PRand Communication. Seine Schwerpunkte sind PR, Branding, Social Media Marketing und die Veränderungen von Unternehmen hin zu “sozialen Unternehmen”.